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Seit Mitte November hat die Grundschule an der Parksiedlung in Oberschleißheim einen Luftfilter getestet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Er sei zu laut und ineffektiv.

Oberschleißheim – Der Luftfilter-Test an der Grundschule Parksiedlung in Oberschleißheim fällt ernüchternd aus. Das Gerät ist schlichtweg zu laut. Deswegen konnte auch bloß ein Drittel der Leistung abgerufen werden. Maximal 50 Prozent der im Klassenzimmer umherschwirrenden Partikel wurden so abgebaut.

Im Ergebnis erkennt die Gemeinde zwar gewisse Effekte an. Aus den Ergebnissen des von der Hochschule München initiierten Testlaufs könne man aber keine Schlüsse ableiten, ob das Gerät tatsächlich in der Lage sei, „zum Infektionsschutz bei etwaig infizierten Personen im Klassenraum“ beizutragen, resümierte Rathaussprecherin Doris Rohe. In der Konsequenz bleibt es bei der seit eher geltenden Maxime: Gegen Covid-19 am wirksamsten ist regelmäßiges Lüften. Das hat man vorher schon gewusst.

„Nur geringen Effekt“

Nach Ablauf des zweiwöchige Praxistests der Hochschule an der Grundschule steht die Erkenntnis, dass der Luftfilter, der den Einsatz lohnt, anscheinend noch entwickelt werden muss. In Räumen, die ausreichend gelüftet würden, traut Rohe Filtergeräten „nur einen geringen Effekt“ zu. Ihr Einsatz sei weder wirtschaftlich noch im Hinblick auf den Infektionsschutz zu rechtfertigen.

In einem gemeinsamen Projekt mit der Hochschule ließ die Gemeinde seit Mitte November in der Schule den Nutzen von Luftfiltern erproben. Für den Testlauf ausgewählt wurde die Klasse 4c. In der 1a lief zur Kontrolle ein Gerät ohne Filter. Zum Einsatz kam ein Luftpartikelfilter eines Anbieters aus Nordrhein-Westfalen. Der Hepa-Filter H14 setzt Mindeststandards im Kampf gegen Corona. H14-Filter sollen Raumluft besonders effektiv von Viren und Aerosolen befreien können. Qualitativ hochwertigen H14 wird ein Wirkungsgrad von bis zu 99 Prozent zugeschrieben.

Gerät fällt in Kosten-Nutzen-Analyse durch

Das gilt offenkundig nicht für das von der Hochschule eingesetzte Gerät. In der Kosten-Nutzen-Analyse fällt ein Luftfilter durch, der entweder zu laut oder aber ineffektiv ist. Rektorin Heike Frenzel, die betont, sich dem Praxistest ergebnisoffen zugewandt zu haben, ist enttäuscht: „Für mich ist es so, dass es keinen Sinn macht, diese Geräte flächendeckend hinzustellen.“ Es wäre schön, rechtzeitig zur etwaigen nächsten Pandemie einen geeigneten Partikelfilter zu entwickeln.

Vor dem Versuch der Hochschule hatte man bereits zwei andere Geräte an der Schule erprobt – mit ähnlichem Ergebnis: Ohne Lüften geht es nicht. Glücklicherweise haben alle Klassenzimmer und die meisten anderen Räume Fenster. Der H14-Filter steht inzwischen in der Mensa. Die Gemeinde kaufte das Gerät der Hochschule ab.

Gemeinde setzt jetzt auf UVC-Filter

Weiterhin gilt, das Klassenzimmer im 20 Minutentakt durch zu lüften. Dem Unterricht suchen Schüler in Mantel, Schal und Bommelmütze gewandet zu folgen. Zerschlagen hat sich die Hoffnung auf frostfreien Unterricht. Dabei ist der Winter, wie Frenzel weiß, längst nicht vorüber: „Was, wenn es draußen richtig knackig wird?“

Die Gemeinde setzt nun auf UVC-Filter. Für 100 000 Euro beschloss der Gemeinderat, Schulen und Kitas mit Luftfiltern auszurüsten. Bürgermeister Markus Böck (CSU) erwartet von den bestellten UVC eine höheren Effektivität bei gleichzeitig geringerer Lautstärke. „Das von der Hochschule genutzte Gerät war eher im unteren Preissegment zu Hause“, sagt Böck. Die UVC-Filter sieht er in Räumen ohne Fenster und auf Gängen platziert, möglichst an den Wänden. In der Höhe verpuffen sonst störende Geräusche.

 

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